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Key Terms: Partnerschaft
Kurzgefasst Die Vereinten Nationen definieren Partnerschaft als eine kontinuierliche, kooperative Beziehung, die auf einer gemeinsamen Vision und übereinstimmenden Interessen beruht. Ziel ist es, sich ergänzende Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln, Risiken…

Kurzgefasst Die Vereinten Nationen definieren Partnerschaft als eine kontinuierliche, kooperative Beziehung, die auf einer gemeinsamen Vision und übereinstimmenden Interessen beruht. Ziel ist es, sich ergänzende Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln, Risiken gemeinsam zu tragen und so einen maximalen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. Dieses Verständnis unterscheidet sich deutlich von Allianzen, bei denen es sich […]

Kurzgefasst

Die Vereinten Nationen definieren Partnerschaft als eine kontinuierliche, kooperative Beziehung, die auf einer gemeinsamen Vision und übereinstimmenden Interessen beruht. Ziel ist es, sich ergänzende Ressourcen und Kompetenzen zu bündeln, Risiken gemeinsam zu tragen und so einen maximalen Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen. Dieses Verständnis unterscheidet sich deutlich von Allianzen, bei denen es sich um formale Vereinbarungen mit bindenden Verpflichtungen handelt – wie etwa die Beistandsklausel in Artikel 5 der NATO. 

Der offizielle chinesische Diskurs hebt hervor, dass „China keine Alliierten hat, sondern Freunde durch Partnerschaftsdiplomatie“. Allianzen werden darin als Ausdruck eines „alten Denkens von Konfrontation und Blockmentalität“ dargestellt – im Gegensatz zu Chinas Partnerschaften, die auf gegenseitigem Nutzen, Nichteinbindung und dem Prinzip „Suche nach Gemeinsamkeiten unter Beibehaltung von Unterschieden“ beruhen. 

Unter Xi Jinping wird der Aufbau eines globalen Netzwerks von Partnerschaften, das auf Kooperation statt Konfrontation setzt, als zentrale Strategie zur Sicherung von Chinas Entwicklungs- und geopolitischem Handlungsspielraum betrachtet. In diesem Rahmen hat China ein vielschichtiges System von über hundert bilateralen Partnerschaften etabliert – von „strategisch“ über „allwettertauglich“ bis hin zu „umfassend“ –, das sich in Formalisierungsgrad und inhaltlicher Tiefe unterscheidet. Trotz der offiziellen Betonung von Flexibilität und Blockfreiheit erfüllen diese Partnerschaften zunehmend geopolitische Funktionen.

Analyse

In der Mao-Ära war der Begriff „Partnerschaft“ stark negativ konnotiert und wurde mit der außenpolitischen Rhetorik der USA assoziiert. In der Volkszeitung wurden „sogenannte ‚Partnerschaften‘“ als Ausdruck imperialistischer Machtpolitik verurteilt – die Beziehungen westlicher Länder zu Staaten in Asien und Afrika als ungleich und ausbeuterisch dargestellt. Demgegenüber setzte China auf Freundschaft, blockfreie Außenpolitik und gegenseitigen Nutzen in der Zusammenarbeit.

Erst nach dem Beginn der Reform- und Öffnungspolitik in den späten 1970er-Jahren begann China, andere Staaten als Partner zu bezeichnen. Zunächst erfolgte die Verwendung des Begriffs fast ausschließlich in Verbindung mit einem Attribut, wie etwa Handelspartner, Wirtschaftspartner oder Partner für Chinas Modernisierung. Brasilien wurde 1985 das erste Land, dem der Partnerstatus ohne nähere Spezifizierung verliehen wurde, als Premier Zhao Ziyang bei einem Besuch vorschlug, China und Brasilien könnten „Freunde und Partner“ werden. 1993 wurde Brasilien das erste Land, mit dem China eine strategische Partnerschaft einging – ein Schritt, der im offiziellen Diskurs heute als Beginn der chinesischen Partnerschaftsdiplomatie gilt.

Im Verlauf der 1990er-Jahre etablierte China eine Reihe weiterer Partnerschaften, darunter 1996 die „Strategische Partnerschaft der Koordinierung und Gleichberechtigung für das 21. Jahrhundert“ mit Russland, und 1997 eine „langfristige umfassende Partnerschaft“ mit Frankreich sowie eine Übereinkunft mit den USA über den Aufbau einer „konstruktiven strategischen Partnerschaft“.

Der offizielle Diskurs rahmte Partnerschaft explizit als Gegennarrativ zur Allianz (结盟). Die Idee einer „Partnerschaft zwischen Großmächten“ wurde als Modell einer „neuen Art internationaler Beziehungen“ präsentiert – zwischen China und zentralen Akteuren der post-Kalten-Kriegs-Ära wie den USA, Russland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Deutschland oder Japan.

Im offiziellen Narrativ wird das Leitprinzip „Partnerschaft ohne Bündnis“ (结伴不结盟) als Abgrenzung von konfrontativen Bündnissystemen verstanden: Allianzen, so die Argumentation, beruhen auf der Identifikation von Feinden – Partnerschaften hingegen zielen auf Freundschaft ab. Gleichwohl, als Xi Jinping im November 2014 das Konzept eines globalen Netzwerks von Partnerschaften vorstellte, verlieh er ihm eine eindeutig strategische Stoßrichtung. Vertiefte Kooperationen sollten dazu beitragen, Chinas Soft Power zu erhöhen und den politischen wie geopolitischen Spielraum des Landes zu sichern. Xis Aussage wird inzwischen im Kontext des ganzheitlichen nationalen Sicherheitskonzepts interpretiert – Chinas nationaler Sicherheitsstrategie. Partnerschaften sind ein Instrument zur Abwehr dessen, was China als globale US-Hegemonie wahrnimmt.

Offiziellen Angaben zufolge unterhält China Partnerschaften mit fast 100 Ländern, gegliedert in über 20 Typen und fünf Kategorien. Diese reichen von strategischen (战略) Partnerschaften, der am häufigsten verwendeten Kategorie, die mit mindestens 80 Staaten besteht, bis hin zu Allwetter-(全天候) oder permanenten Partnerschaften mit Ländern wie Pakistan, Venezuela und Belarus.

Obwohl Partnerschaften als flexibel und unverbindlich beschrieben werden, gehen Aufwertungen des Partnerschaftsstatus – etwa zu „umfassend“ oder „strategisch“ – häufig mit umfangreicheren Agenden und formalisierten Kooperationsmechanismen einher. Trotz ihrer Einordnung als blockfrei und wertneutral dienen globale Partnerschaften als strategisches Instrument zur Förderung der „Demokratisierung der internationalen Beziehungen“ (国际关系民主化) und zum Aufbau einer „Gemeinschaft mit geteilter Zukunft für die Menschheit“ – eines Netzwerks, das darauf abzielt, der aus chinesischer Sicht bestehenden globalen US-Hegemonie entgegenzuwirken und eine multipolare Weltordnung voranzutreiben.

How to cite this article:

Rudyak, M. “Partnership”. In: The Decoding China Project (eds.) The Decoding China Dictionary (2025 ed.), 2025. Berlin: The Decoding China Project. Available from: https://decodingchina.eu/key-term/partnership/.

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